Bei Nahrungsergänzungsmitteln achten viele nur auf die Inhaltsstoffe der Formel.
Dabei können auch:
- der Zeitpunkt der Einnahme
- die Kombination mit bestimmten Lebensmitteln
- andere vorhandene Nährstoffe
- die täglichen Essgewohnheiten
Aufnahme, Bioverfügbarkeit und Wirksamkeit eines Nahrungsergänzungsmittels beeinflussen.
In der naturheilkundlichen Praxis ist das besonders wichtig. Denn es geht nicht darum, „mehr“ zu nehmen, sondern darum, dass der Körper die Nährstoffe möglichst gut nutzen kann.
Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel beeinflussen sich gegenseitig
Wechselwirkungen zwischen Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln entstehen, wenn bestimmte Bestandteile der Nahrung Folgendes verändern:
- Aufnahme
- Stoffwechsel
- Transport
- Ausscheidung
von Vitaminen, Mineralstoffen oder Pflanzenextrakten.
In manchen Fällen kann die Nahrung:
- die Aufnahme verbessern
- die Bioverfügbarkeit verringern
- die Aufnahme verlangsamen
- die Wirksamkeit bestimmter Nährstoffe erhöhen oder verringern
Deshalb kann der Zeitpunkt der Einnahme einen echten Unterschied machen.
Warum manche Nahrungsergänzungsmittel nicht zu den Mahlzeiten eingenommen werden
Manche Mineralstoffe konkurrieren im Darm um die Aufnahme.
Zum Beispiel nutzen:
- Calcium
- Eisen
- Zink
- Magnesium
ähnliche Transportwege im Darm.
Auch Lebensmittel mit viel:
- Ballaststoffen
- Phytaten
- Tanninen
können die Aufnahme bestimmter Mineralstoffe verringern.
Zum Beispiel:
- Tee und Kaffee können die Eisenaufnahme verringern
- sehr ballaststoffreiche Lebensmittel können die Aufnahme von Zink und Calcium beeinflussen
Darum wird bei manchen Nahrungsergänzungsmitteln empfohlen, sie:
- nicht zusammen mit Tee und Kaffee einzunehmen
- mit Abstand zu sehr ballaststoffreichen Mahlzeiten einzunehmen
- getrennt von bestimmten Mineralstoffen einzunehmen
Wann du Nahrungsergänzungsmittel einnehmen kannst: allgemeine Hinweise
Am Morgen
Nahrungsergänzungsmittel für:
- Energie
- Stoffwechsel
- geistige Frische
werden in der Regel morgens oder in der ersten Tageshälfte eingenommen.
Zum Beispiel:
- Formeln mit Grüntee
- Adaptogene
- B-Vitamine
- Coenzym Q10
Denn manche Wirkstoffe passen besser zum natürlichen Tagesrhythmus.
Zu den Mahlzeiten
Viele Nahrungsergänzungsmittel werden zu den Mahlzeiten eingenommen, weil das:
- die Magenverträglichkeit verbessert
- die Aufnahme bestimmter fettlöslicher Vitamine fördert
- mögliche Magen-Darm-Beschwerden verringert
Insbesondere:
- die Vitamine A, D, E und K
- Coenzym Q10
- manche Pflanzenextrakte
werden in der Regel besser aufgenommen, wenn gleichzeitig Nahrungsfette vorhanden sind.
Am Abend
Formeln für:
- Entspannung
- vegetatives Gleichgewicht
- erholsamen Schlaf
werden häufig am Abend eingenommen.
Extrakte wie:
- Baldrian
- Melisse
- Passionsblume
- Linde
werden traditionell in Formeln für die natürliche Entspannung verwendet.
Die Rolle von Nervensystem und Stress
In der Naturheilkunde gelten Stoffwechsel, Verdauung und Aufnahme als eng verbunden mit dem Zustand des Nervensystems.
Chronischer Stress und mentale Anspannung können nämlich Folgendes beeinflussen:
- Verdauung
- Aufnahme von Nährstoffen
- Darmfunktion
- Energiestoffwechsel
Deshalb zählt nicht nur, „was“ du einnimmst, sondern auch:
- Regelmässigkeit
- Lebensstil
- Schlafqualität
- Umgang mit Stress
Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente: Achtung bei Wechselwirkungen
Manche Nahrungsergänzungsmittel können mit bestimmten Medikamenten in Wechselwirkung treten und Folgendes verändern:
- Stoffwechsel
- Wirksamkeit
- Aufnahme
Zum Beispiel:
- Grapefruit kann bestimmte Medikamente beeinflussen, die über CYP3A4 abgebaut werden (ein wichtiges Enzym, das vor allem in Leber und Darm vorkommt und rund die Hälfte aller handelsüblichen Medikamente sowie Giftstoffe und körperfremde Substanzen verstoffwechselt).
- Ginkgo biloba kann mit blutverdünnenden Medikamenten (Antikoagulanzien) in Wechselwirkung treten
- Calcium und Eisen können die Aufnahme bestimmter Antibiotika verringern
Darum ist es immer wichtig, Folgendes zu berücksichtigen:
- medikamentöse Behandlung
- Ernährungszustand
- verwendete Nahrungsergänzungsmittel
- Einnahmezeitpunkte
vor allem, wenn du täglich Medikamente einnimmst. Sprich im Zweifel mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke.
Die naturheilkundliche Sicht auf Nahrungsergänzung
In der naturheilkundlichen Praxis wird Nahrungsergänzung nicht isoliert betrachtet.
Wie gut eine Formel wirkt, hängt oft vom Gleichgewicht ab zwischen:
- Ernährung
- Stoffwechsel
- Nervensystem
- Schlafqualität
- Lebensstil
- Aufnahme im Darm
Deshalb kann die individuelle Anpassung der Einnahme genauso wichtig sein wie die Wahl des Produkts selbst.
Fazit
Wenn du verstehst, wie Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel zusammenwirken, kannst du sie bewusster und gezielter einsetzen.
Auch kleine Dinge wie:
- die Uhrzeit der Einnahme
- die Kombination mit bestimmten Lebensmitteln
- der Abstand zu Tee, Kaffee oder Milchprodukten
- andere vorhandene Nährstoffe
können die Aufnahme und Bioverfügbarkeit der Inhaltsstoffe beeinflussen.
Aus naturheilkundlicher Sicht entsteht Wohlbefinden oft aus dem Gesamtgleichgewicht des Körpers – und auch die Art, wie wir Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, gehört dazu.
Häufige Fragen
Nimmt man Nahrungsergänzungsmittel auf nüchternen oder vollen Magen?
Das hängt vom Produkt ab. Manche Nährstoffe werden zu den Mahlzeiten besser aufgenommen, bei anderen wird ein Abstand zu Essen, Tee oder Kaffee empfohlen.
Können Kaffee und Tee Nahrungsergänzungsmittel beeinträchtigen?
Ja. Tannine und andere Stoffe in Tee und Kaffee können die Aufnahme bestimmter Mineralstoffe wie Eisen verringern.
Warum nimmt man manche Nahrungsergänzungsmittel am Abend ein?
Formeln für Entspannung und erholsamen Schlaf werden oft abends eingenommen, weil sie Inhaltsstoffe enthalten, die traditionell zur Förderung von Ruhe und natürlicher Entspannung verwendet werden.



